Der Fotograf Benno Walldorf
© Fotos: Benno Walldorf, Rechte bei Esther Walldorf, Kopien/Veröffentlichungen sind untersagt)
Benno Walldorf: Porträt von Albert Mangelsdorff @Lippmann + Rau - Stiftung Eisenach
Benno Walldorf als Fotograf
Nach dem Krieg erstand Benno Walldorf eine Rolleicord und begann mit dem Fotografieren. In der Folge entstanden Aufnahmen, die man als sozialkritisch bezeichnen kann, erst aus dem zerstörten Gießen, dann auch aus München und natürlich Frankfurt. Von letzteren finden sich nicht wenige im Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt.
Die Fotos zeigen Straßenszenen, Rummelplätze, das Nachtleben und immer wieder Menschen, alles in einer typisch Walldorf’schen Perspektive. Benno Walldorf arbeitete für die Presse und für Buchverlage.
In dem 1962 in der DDR erschienen Buch "Giessen - Portrait einer westdeutschen Stadt" von Martin Radmann befinden sich 31 Schwarzweiß-Fotos von Benno Walldorf mit tollen Gießener Motiven. Das Buch ist vergriffen, befindet sich aber in Privatbesitz und auch im Stadtarchiv Gießen. Musikerporträts
Spätestens seit seinem Umzug nach Frankfurt, wo er in engen Kontakt zur Frankfurter, aber auch zur internationalen Jazzszene kam, waren es dann vor allem seine Musikerporträts, die seinen Rang als Fotograf begründeten. Diese befinden sich zur Zeit in Verwahrung im Musikarchiv der Lippmann + Rau-Stiftung in Eisenach und werden zur Zeit (2025) erschlossen.
Findbuch zur Fotosammlung im Lippmann + Rau - Archiv, direkt zur pdf
Screenshot-Collage aus einem 16mm-Schmalfilm von Walldorf, in Gießen gedreht; Szene mit Straßenmusiker, auch Benno Walldorf ist zu sehen, noch nicht digitalisiert.
Kulturfilme
Im März 2026 fanden sich zahlreiche kurze Schmalfilme von Benno Walldorf, viele davon schon zu Beginn der 1950er Jahre gedreht. Die Aufnahmen, auch Filme von seinen Reisen, reichen bis in die 1980er. Diese Filme in N8, S8 und 16 mm Formaten werden nun in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gießen gesichtet. Eine Digitalisierung der wichtigsten Filme wird angestrebt.
Regelmäßig veranstaltete Benno Walldorf in Gießen in den 1950er Jahren kleine Kunstausstellungen seiner eigenen Bilder und Fotos, zeigte Filmvorführungen von eigenen Schmalfilmen z.B. "Auf einem Juxplatz", "An einem Schrottlager", "In Paris auf dem Flohmarkt".
Die Filme unterlegte er mit Barockmusik, spanischer Gitarrenmusik oder mit Jazz, indem er dazu Tonbänder laufen ließ. Diese Tonbänder sind ebenfalls erhalten.
"1953 taucht ein „Gießener Filmstudio“auf, das Empfehlungen für „künstlerisch wertvolle Filme“ausspricht, auch selbst Veranstaltungen organisiert. ... Im Oktober 1954 folgt die Vereinsgründung. Bei der Jahreshauptversammlung1956 wird Benno Walldorf erwähnt, der nach der Sitzung„Schmalfilme aus eigener Produktion zeigt". (Dagmar Klein, Gießener Allgemeine, 11.4.2026) Das Gießener "Hein-Heckroth-Studio" wird durch den Kulturetat der Stadt jedoch nicht gefördert. So endet die Filmarbeit des Studios 1957.
Foto oben: